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Los geht’s, mit einem Klick landest du mitten in der spukhaften Erzählwelt.

Lies das folgende Kapitel aus dem Roman »Spukhafte Fernwirkung« und nimm es als Ausgangspunkt für deinen eigenen Text. Durch Klick auf den Button hat Du viermal die Möglickeit einen neuen Textausschnitt anzufordern.

13:12 Uhr
Truth und Beauty

Weil Susana gleich wieder zurück in die Redaktion muss, verzichten sie auf den Nachtisch. Susana hat ihre Serviette voll mit seltsamen Hieroglyphen gemalt und sagt, du Karlo, ich überlege zu kündigen und nochmal zu studieren, Kunst oder so. Wie findest du das? Karlo findet das gut. Kunst, warum nicht. Du bist schuld, sagt Susana und lächelt, wenn du nicht immer mit mir ins Museum gegangen wärst. Karlo wäre zwar lieber ins Naturkundemuseum gegangen oder ins Museum für Quantenphysik und hätte Susana erklärt, was ein Upquark und ein Downquark ist, was Anti-Farben sind oder die wahre Bedeutung von Truth und Beauty. Aber das sagt er nicht. Susana war damals zu klein und wollte lieber ein Eis. Sie hat ihm null zugehört, wenn er damit anfing. Nur bei den Antifarben horchte sie kurz auf. Vielleicht hat Karlo es auch nicht richtig erklärt. Truth und Beauty könnten schließlich auch Pferdenamen sein. Wie soll man etwas erklären, was man selbst nicht verstanden hat?

09:34 Uhr
Carrerabahn

In der Kantine gibt es heute frischen Apfel-Quark zum Frühstück. An der Kasse steht die neue Praktikantin, die mit der seltsamen Frisur. Die blonden Haare sind in streng geflochtenen Zöpfen um ihren Kopf gewunden und akribisch mit silbernen Haarnadeln festgeklammert. Irma muss an die Carrerabahn denken, die sie einmal zu Weihnachten bekommen hat. Was ist eigentlich aus der geworden?

14:34 Uhr
Flur D

Clara Kalkofens Leben ist durchstrukturiert wie das einer Soldatin, von morgens 6 Uhr, wenn sie aufsteht, bis abends 22.45 Uhr, wenn sie das Licht ihrer Nachttischlampe löscht. Sie ist froh, dass ihr Leben in geordneten Bahnen verläuft. Sie hört die Schritte der anderen, sie hört ihre eigenen Schritte. Keiner schert aus, wozu auch?

Clara mag keine Überraschungen. Überraschungen sind als Geschenke getarnte Lebensverschlechterungen, wie die Betriebsfeiern in der Firma, in der sie arbeitet. Das Essen zahlt die Firma, die Getränke muss jeder selbst bezahlen. Die Anwesenheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wird erwartet, Clara geht jedes Mal hin, nicht hingehen würde sie überfordern. Sie trinkt ein Mineralwasser und schaut den anderen zu, wie sie sich mit schlechtem Wein betrinken, um den Geschmack des Essens zu vertreiben, auf das sie sowieso gerne verzichtet hätten. Clara Kalkofen bestellt sich einen Bauernsalat, da kann man nicht viel falsch machen. Als Nachspeise einen Espresso. Die Wahl ihrer Speisen wird ihr als die ihr typische Bescheidenheit ausgelegt. Ihr Chef hat ihr anerkennend zugenickt.

14:32 Uhr
Intersport

Nicos erste Erinnerung an das Einkaufszentrum ist, dass er an der Hand seiner Mutter über den Flur A geht, dass alles gleich aussieht, aber nur auf den ersten Blick. In einem Geschäft gibt es Fleisch, im anderen Kleidung, es gibt Läden mit Büchern, mit Süßigkeiten, mit Lampen, mit Fahrrädern, mit Plüschtieren, es gibt Autos und Lokomotiven, in die man sich hineinsetzen kann, einen Elefanten, auf dem er gerne reiten würde, aber es kostet etwas, das geht nicht. Die Hand seiner Mutter hält ihn fest, er staunt, er empfindet Ehrfurcht, er ist dankbar, er weiß nicht genau, wofür. Außer Fleisch und ein Paar billigen Schuhen bei Intersport kaufen sie nichts, noch nicht einmal ein Eis bekommt er. Als er älter ist, kauft seine Mutter ihm Geodreiecke, Turnsachen und neue Jeans. Er geht jetzt nicht mehr an ihrer Hand, sondern trottet neben ihr her. Seine Mutter hat einen erstaunlich schnellen Gang, er würde lieber langsamer gehen. Nur ein einziges Mal hat sie ihm teure Adidas gekauft, das war im Sommer bevor er in die Realschule kam. Wenn er am Grab seiner Mutter steht, fühlt er nichts, nur wenn er an dem Sportgeschäft vorbeigeht, spürt er wieder ihre schweigsame Hand.

Meistens waren sie zuhause.

Gerade hat er sich mit seinem Vater im Eiscafé Diana getroffen, der Vater ist alt geworden, seine Haare sind schlohweiß, er schimpft auf die Jugend, auf die Ausländer und auf die Ärzte, er schlurft seinen Kaffee aus, dann geht er wieder, ohne ein einziges Mal gefragt zu haben, wie es Nico geht. Da Nico es nicht anders kennt, fällt ihm das nicht weiter auf. Er bleibt noch ein bisschen sitzen, dann steht er auf, geht zu Intersport und schaut sich verschiedene Sporttrikots an, Nike, Puma, Saucony, Adidas. Er nimmt zehn Trikots mit in die Kabine, obwohl nur drei erlaubt sind. Aber noch nie hat ihn jemand daran gehindert oder auch nur darauf angesprochen. Nach dem vierten Trikot schaut er auf sein Handy, das gepiepst hat.

Was interessiert dich am meisten an dieser Szene? Eine der Figuren? Der Ort? Ein bestimmtes Wort? Es kann auch sein, dass du einfach nur ein Gefühl ausdrücken möchtest, eine Stimmung, die dich bewegt. Oder etwas, das du beobachtet hast und dich vielleicht schon länger beschäftigt. Es wartet nur darauf, von dir ausgedrückt zu werden.

BEREIT?

Wo spielt deine Szene? Wähle einen Ort oder erfinde einen neuen. Du kannst auch Orte aus dem vorgeschlagenen Text nehmen.

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Was ist ihr Problem?

Und nun nur noch zu Dir: